Dürfen wir bitten? Energiebündel und Tausendsassa Beate Vollack, neue Ballettdirektorin der Oper Graz, verrät im Theatermenschen-Interview wo sie selbst am liebsten tanzt und was sie geworden wäre, hätte es das Ballett nicht gegeben.

Dürfen wir bitten? Energiebündel und Tausendsassa Beate Vollack, neue Ballettdirektorin der Oper Graz, verrät im Theatermenschen-Interview wo sie selbst am liebsten tanzt und was sie geworden wäre, hätte es das Ballett nicht gegeben.

Fotos: W. Kmetitsch, M. Kanizaj | Text: Karin Schmerda

 

Man munkelt, sie stünden auch mal 5 Uhr morgens auf, um Kuchen zu backen…

Beate Vollack: Tatsache!

 

Wo und wann tanzen Sie selbst am liebsten?

Ehrlich gestanden: Auf der Bühne! Schon als Mädchen konnte ich nie viel mit dem unkontrollierten Gehopse in der Disko anfangen. Tanz? Das sind für mich Schrittfolgen, Choreografien, Grazie und Spannung!

 

Balletttänzerinnen in Tutus – ein No-Go oder ab und an doch ein Hingucker?

Ach, Tutus waren so lange Teil meines Lebens. Sie haben einfach dazugehört! Heute sehe ich sie gerne an anderen, aber nur bei Tänzerinnen, die wirklich Niveau und Qualität haben – sonst passt es nicht. Ich selbst habe sie inklusive Schuhe einfach irgendwann an den Nagel gehängt und bin barfuß drauf los. Bühne muss eben auch manchmal verrückt sein!

 

Alltag Ballett: harte Proben, schmerzende Zehen, eiserne Disziplin. Was macht die Faszination des Tanzberufs aus?

Fasching ist ja so beliebt, weil Menschen für einen kurzen Augenblick jemand völlig anderer sein dürfen – im Ballett ist das genauso, nur über einen längeren Zeitraum. Als Tänzerin lebt man die Rolle, die man einnimmt und wandelt als Schwan oder Prinzessin wochenlang durch den Alltag. Das ist wundervoll! Dazu noch dieser Moment auf der Bühne, wenn man ganz und gar in diese Welt eintaucht: Zur Leichtigkeit und Eleganz des Tanzes kommt das Adrenalin und plötzlich hast du das Gefühl, du schwebst – ja, du fliegst sogar!

 

„König Roger“ – Ihre erste Oper hier in Graz – ist vielen unbekannt. Ist das Glück oder Unglück für eine Choreografin?

Das ist das Beste, das dir passieren kann! So hat das Publikum keine Erwartungen, wie es sein soll. Im besten Fall gehen sie dann hier raus und sagen: „Genial! Graz ist neuer Standard für König Roger!“. Außerdem: Wenn das gesamte Grazer Ballett antanzt und sich ein 100-köpfiger Chor samt 4 Solisten dazugesellt, dann ist jede Oper eine Überraschung – ob bekannt oder nicht!

 

Hätte es das Ballett nicht gegeben, welchen Weg hätten Sie eingeschlagen?

Dann wäre ich wohl Fleischerin geworden. Meine Eltern haben eine Fleischerei betrieben und mein Vater hat damals gesagt: „Probier‘ dich ruhig als Tänzerin, Verkäuferin wirst dann schnell mal!“. Viele Jahre ist das nun her, Tänzerin bin ich noch. Alles andere hätte mich vermutlich auch nicht glücklich gemacht.

 

Wir sagen Danke für das Gespräch und auf den nächsten Tanz!

Alle Informationen zum Ballett der Oper Graz finden Sie hier!

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