Stupidity wins when lust begins: Mit 18 Songs der Tiger Lillies erzählen Sandy Lopičić + Band und das Ensemble des Schauspielhaus Graz die Geschichte der jungen Lulu. Ihr Körper? Eine Ware. Ihre Seele? Nicht von Interesse.

Stupidity wins when lust begins: Mit 18 Songs der Tiger Lillies erzählen Sandy Lopičić + Band und das Ensemble des Schauspielhaus Graz die Geschichte der jungen Lulu. Ihr Körper? Eine Ware. Ihre Seele? Nicht von Interesse.

Seit 5. Oktober im Schauspielhaus Graz

Fotos: Lupi Spuma

 

120 Songs waren es, die Martyn Jacques, Frontman von The Tiger Lillies, schrieb, nachdem er die Mördertragödie von Frank Wedekind gelesen hatte. Kennt man die Band, weiß man: Diese dramatische Zusammenführung von Der Erdgeist und Die Büchse der Pandora konnte das britische Trio nur zu Höchstleistungen anspornen. Reduziert auf eine Stücklänge von 80 Minuten erschafft die groteske und doch stringente Vertonung eine beklemmende Welt, in der eine perverse Männerhorde ihren Gelüsten freien Lauf lässt und sich – bis zum eigenen Ableben − unermüdlich an der jungen Lulu vergeht.

„Lulu, eine Mörderballade“ ist ein Skandaldrama, das dem Publikum heute wie damals wie ein Schauer über den Rücken läuft: Bereits das wilhelministische Bürgertum hatte es in größten Aufruhr versetzt. Mehr als ein Jahrhundert später wagt sich nun das Schauspielhaus Graz wieder an den herausfordernden Stoff – in herausfordernder Umsetzung: Denn wenn Markus Bothe mit der Regie und Sandy Lopičić mit der musikalischen Leitung betraut werden, ist Spannung in der Inszenierung vorprogrammiert.

Ein Bühnenbild, Puff-WG und Puppenhaus zugleich, wird zum Grab der Freier, Überlebender und Gewinner ohne Moral in der blutroten Szenerie ist lediglich „Daddy“ – Lulus Zuhälter.
Es sind ergreifende 80 Minuten, die dem Publikum ungeschminkt zeigen: #metoo ist nur einer der Töne in dieser realen Ballade über Sex, Gewalt und den Wert des weiblichen Körpers.

Das männliche Ensemble imponiert mit großer Schauspiel- und Gesangskunst, Gänsehaut und gestockten Atem hinterlässt auch Julia Richter, die nach dem Facettenreichtum der stummen Lulu schlussendlich lautstark, schockierend und stimmgewaltig mit Frauenmörder Jack the Ripper abrechnet.

Eine Inszenierung wie ein Aufschrei im chauvinistischen Schweigen unserer Welt, der einer Gesellschaft der Scheinmoral den Spiegel vorhält. Keine leichte Kost – dafür eine Delikatesse für alle kritischen Geister!

 

Weitere Infos zum Stück finden Sie hier.

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