Wenn einer liebenden Frau alles genommen wird, klopft gerne der Wahnsinn an die Türe – und Lucia di Lammermoor gewährt ihm körperlich wie seelisch ausgeblutet, doch mit Lächeln im Gesicht Eintritt.

Wenn einer liebenden Frau alles genommen wird, klopft gerne der Wahnsinn an die Türe – und Lucia di Lammermoor gewährt ihm körperlich wie seelisch ausgeblutet, doch mit Lächeln im Gesicht Eintritt. 

 

von 23. märz bis 14. juni in der oper graz

Fotos: Werner Kmetitsch

 

Wieder ist es die Liebe, die die Geister scheidet: „Lucia di Lammermoor“ lässt niemanden kalt. Die mutige Inszenierung von Verena Stoiber verlagert die Geschichte vom ausgehenden 16. Jahrhundert in ein Hospital des 19. Jahrhunderts. Hier auf der Tagesordnung eines diktatorischen Mediziners: Psycho-Spielchen mit seinen geistig labilen Patientinnen. Szene für Szene zeigt auch die Grazer Version der berühmten Belcanto-Oper den psychischen Verfall der Protagonistin, die zu den faszinierendsten und extremsten Figuren der Opernwelt zählt. Eine tieftraurige Geschichte wird musikalisch mitreißend erzählt und enthüllt Schritt für Schritt, dass erzwungen entsagte Liebe auch das Leben kosten kann.

„Ach hätte sie der Blitz getroffen, bevor ich von ihrer Schande erfuhr.“

Genauso heimlich wie romantisch beginnt die Geschichte zwischen Lucia Ashton (Ana Durlovski) und ihrem Edgardo di Ravenswood (Pavel Petrov). Die Treueschwüre der beiden Verliebten sind echt und für eine gemeinsame Zukunft gemacht. Ihr Glück zügelt allerdings nicht den Hass, den Lucias Bruder Enrico gegen seinen Konkurrenten Edgardo schürt. Intrigen folgen und fiese Machenschaften schieben dem glücklichen Schicksal der Liebenden einen Riegel vor. So ist keiner der Charaktere ein unbeschriebenes Blatt, bloß Lucia sieht man die Leere an, die sie nach all den Enttäuschungen, der ungewollten Abtreibung und einer arrangierten Hochzeit innerlich und äußerlich ausbluten haben lassen.

Wie tragisch die Geschichte auch ist, der Klang dieser Oper berührt auf eigentümliche Weise das Herz. Tiefe Seelenmusik erfüllt Geist und Raum während sich auf der Bühne Szene für Szene Wahnsinn und Tod weiter ausbreiten. Und dann erklingt sie, die bekannte „Wahnsinnsarie“, mit der Ana Durlovski der geistigen Umnachtung eine vollendet schöne Stimme leiht.

Zwischen himmelhoch singend und zu Tode gequält fordert „Lucia di Lammermoor“ Geist und Gespräch – eine Oper, die die fatale Anatomie einer Verzweiflung enthüllt und zeitgleich Bel-Canto-Sänger*innen brillieren lässt.

 

Weitere Infos rund um die Oper finden Sie hier

 

 

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