BAD NEWS ARE GOOD NEWS! Im post-faktischen Zeitalter zählt Emotion mehr als Wahrheit. Ergo: Ein Journalist setzt für Likes & Love der Follower schon mal Fake News in die Welt und sein Leben aufs Spiel. 

BAD NEWS ARE GOOD NEWS! Im post-faktischen Zeitalter zählt Emotion mehr als Wahrheit. Ergo: Ein Journalist setzt für Likes & Love der Follower schon mal Fake News in die Welt und sein Leben aufs Spiel. 

uraufführung: 15. september 2018 im schauspielhaus graz 

Fotos: Lupi Spuma

 

Peter Larsen (Raphael Muff) hat verstanden, wie es läuft. Im Internet ist er eine Marke mit Tausenden Followern, momentan berichtet er mit wackliger Kamera aus dem Bürgerkrieg in Syrien. Allerdings ist alles fake: Larsen, von Natur aus ängstlich wie eitel, dreht zuhause – lediglich sein syrischer Kumpan Ahmad (Julia Gräfner) weiß Bescheid. Der besorgt die Afghanen aus dem Asylheim für den Dreh und schafft das Schlepperboot herbei, das eigentlich ein Ruderkahn aus heimischer See ist.  „Was soll’s auch?“, denkt sich Larsen, schließlich liefert er nur die Bilder, die wir ohnehin schon tausendmal gesehen und im Kopf haben. Geschrieben wird, was gelesen werden will. Denn obwohl es uns – global gesehen – immer besser geht, verkauft sich das Schlimme leichter. Bestenfalls ist es dann auch noch simpel aufbereitet und wird in Häppchen serviert. Wer möchte sich beim Lesen der Nachrichten schon anstrengen?

„Ich bin so eine Mediennutte, Aufmerksamkeitsspanne einer Amöbe, aber Hauptsache online und live.“  

 Ob Peter Larsen seinen Job mag? Und ob er selbst eigentlich echt ist? Scheiß egal, sagt er. Hauptsache „die da im Netz“ liken es, reposten es sogar! Wo wäre Al Jazeera ohne Afghanistan? CNN ohne den Golfkrieg? Der Krieg ist das Geschäft. Im medialen Wahn kann es dann natürlich schon mal passieren, dass man „brandaktuell“ ein Interview mit einem toten ISIS-Sprecher veröffentlicht. Das Ende? Abtauchen? Besser: Ahmad wird wohl einen Ausweg wissen − wofür hat man ihn denn? Außerdem fragt hier im Westen ja eh keiner nach und die dort unten? Die checken das doch gar nicht… oder? Dass die Story seines Lebens zur tatsächlichen Reise nach Syrien wird und damit wesentlich komplexer als alle kurzatmigen Twitter-Posts ist, soll sich für Larsen jedoch bald herausstellen.  

#fakenews #propaganda #aktuell #zeitgeist … das müssen Sie gesehen haben! 

Sven Recker widmete sich als Entwicklungshelfer jahrelang dem Aufbau unabhängiger Medien in Krisenregionen. In seinem Roman „Fake Metal Jacket“ öffnet er die Augen für Fake News, korrupten Journalismus und die Leichtgläubigkeit der Leserschaft. Regisseur Tom Feichtinger machte daraus ein forderndes, desillusionierendes und zugleich packendes Schauspiel, das zeigt: In der Welt der digitalen Medien geht es schon lange nicht mehr um Wahrheiten, höchstens um Kopien dieser. Egal, was produziert und konsumiert wird – schnell, grell und unterhaltsam soll es sein.   

 

REGIE Tom Feichtinger ROMAN Sven Recker

Uraufführung: 15. September 2018 im Schauspielhaus Graz

Weitere Information rund ums Stück finden Sie hier. 

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