Höchste Gesangskunst, schauspielerische Leistung und eine Inszenierung, die ihresgleichen sucht. Ein Operngenuss als Einladung, über den eignen Tellerrand hinauszublicken.

Die Kirchenglocken läuten zur Ostermesse, doch die Frömmigkeit steht längst im Schatten des Bajazzos, der all die irrationalen Gedanken und Gefühle einer großartigen Opernbesetzung ans Licht der Bühne bringt. Ein Abend, an dem höchste Gesangskunst auf schauspielerische Leistung trifft und eine Einladung, über den eignen Tellerrand hinaus zu blicken.

 

Von 29. september bis 16. juni 2019 in der oper graz

Fotos: Werner Kmetitsch | Text: Karin Schmerda

 

„Schaut nicht auf unsere Kleider,
schaut in unsere Seele!“

… singt Tonio im Prolog von „Pagliacci“ und eröffnet mit dieser großen Bariton-Arie die weltberühmte Oper von Ruggero Leoncavallo. Das Libretto, vom Komponisten selbst verfasst, postuliert damit auch den Stile di Verismo, der die Oper zum Spiegelbild der Gesellschaft machte – Schock und Furore vorprogrammiert. Als Kontrapunkt zur Opera seria macht der Verismo am Ende des 20. Jahrhunderts plötzlich Bauern, Handwerker, Bösewichte und Clowns zu den zentralen Figuren der Handlung, denen das Mitgefühl und die Bewunderung des Publikums zuteil wird. Nicht um Mut und Heldentum dreht es sich also bei diesem Besuch in der Oper Graz, sondern um die Liebe als Leidenschaft, die Leiden schafft. Es sind Verzweiflung, Eifersucht und Rache, von denen uns die großartige Besetzung in diesem berühmten Opernzwilling erzählt.

… Uso a mentire il labro mio non è!

„Mein Mund ist nicht gewohnt, zu lügen.“ singt Mezzosopranistin Ezgi Kutlu als verlassene Ehefrau und schickt ihren geliebten Aldo Di Toro damit ins Verderben. Temperament begegnet uns in der zeitgenössischen Inszenierung von Lorenzo Fioroni jedoch nicht nur musikalisch: Die Allgegenwärtigkeit Gottes dominiert das Bühnenbild der „Cavalleria rusticana“, das sich wiederum mit dem gebrochenen Herzen der Santuzza hebt und senkt. Und der Chor? Der gibt auch den kleinen großen Tücken des Alltags eine Stimme. In „Pagliacci“ werden wir daraufhin Zeugen einer Prozession als maskierte Persiflage und auf den (Irr-)Wegen des Großstadtdschungels begegnet Canio seiner Nedda auf der Kinoleinwand.

Summa summarum: Die Inhalte sind ein Balanceakt zwischen Spiel und echtem Leben, die Musik ist ergreifend und imposant zugleich und die Inszenierung? Die ist überzeugt, dass diese Opern, die am Ende des 19. Jahrhunderts verfasst wurden, auch die Gesellschaft von 2018 spiegeln.

Mit besten Empfehlungen der Bühnen Graz: Ein Opern-Genuss für Auge, Ohr und Herz!

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