Ideen kann man nicht töten und Perspektiven gehören hinterfragt – dachte sich das Schauspielhaus Graz und wechselte Bühne gegen Burkina Faso in Westafrika. Das Ergebnis: Eine politische Film-Doku, real und doch fake, inklusive Theater- und Puppenspiel. Prädikat: Unbedingt entdecken!

Ideen kann man nicht töten und Perspektiven gehören hinterfragt – dachte sich das Schauspielhaus Graz und wechselte Bühne gegen Burkina Faso in Westafrika. Das Ergebnis: Eine politische Film-Doku, real und doch fake, inklusive Theater- und Puppenspiel. Prädikat: Unbedingt entdecken!

In der Saison 2018/19 im Schauspielhaus Graz

Fotos: Lupi Spuma und Schauspielhaus Graz

 

Ein Regisseur hat gemeinsam mit einem Schauspiel-Ensemble, einem Puppenmacher und einer Intendantin die Idee, sein Nestroy-prämiertes Stück weiterzuentwickeln. Doch wie? Und wann? Auch wenn einige Hürden genommen werden müssen, eine solche Idee lässt sich nicht einfach wieder über Bord werfen. Schon gar nicht, wenn sie zum Herzensprojekt einer ganzen Spielsaison wird.  So geschehen im Schauspielhaus Graz. Die Idee ist längst umgesetzt und trägt als Film- und Theaterprojekt den Titel „Die Revolution frisst ihre Kinder“.

Doch zurück auf Anfang: Als Regisseur Jan-Christoph Gockel dem Ruf von Intendantin Iris Laufenberg folgte und Dantons Tod: Der Auftrag auf die Bühne des Schauspielhauses brachte, sollte die Nestroy-Auszeichnung noch nicht der erfolgreiche Gipfel ihrer Zusammenarbeit sein. Mit dem Stoff der Revolution war der Regisseur nämlich noch lange nicht durch. So wurde seine Idee zu einer Film- und Forschungsreise durch Burkina Faso im Westen Afrikas und final als Making-of und Fake-Doku-Theaterstück zum Leben erweckt – einem äußerst bunten Leben voller Amüsement, Emotion und wichtigen Botschaften…

Denn: Wissen Sie eigentlich, wer Thomas Sankara war? Und dass dieser afrikanische Che Guevara treibende Kraft der friedlichen Revolution 2014 in Burkina Faso war – obwohl er schon seit 31 Jahren tot war? Nein? Dann sollten Sie schleunigst etwas dagegen tun!

Geboren in der Zeit der französischen Kolonialherrschaft, lehnte Sankara sich gegen Liberté, Égalité, Fraternité auf und versuchte in seiner 4-jährigen Präsidentschaft eines der ärmsten Länder zu reformieren. Auf seiner Agenda: Frauenrechte, Ernährung, Bildungssystem und Kampf gegen Korruption. Letzterer fiel er selbst zum Opfer als er im Oktober 1987 ermordet wurde. Den Auftrag dazu gab angeblich sein Jugendfreund Blaise Compaoré, der danach 27 Jahre das Land regierte – bis er vor 4 Jahren von Frauen und Männern, Kochlöffeln und Besen aus Burkina Faso verjagt wurde.

So viel zum Hintergrund des Stücks. Denn eines sei versprochen: Informativ ist neben geistreich, kurzweilig, vielseitig und humorvoll nur eines der Attribute, die dieser real-fiktive, postkoloniale Theaterausflug samt Puppenspiel und Filmdoku verdient. Die leidenschaftliche Regisseurin Julia Gräfner testet mit ihrem Ensemble Raphael Muff und Komi Mizrajim Togbonou die Grenzen von culture clash und Krisenmanagement aus während Florian Köhler als George Danton The Doors zum Besten gibt. Schauspieler Michael Pietsch zieht auch als Puppenbauer und -spieler die Fäden während Eva-Maria Salcher als Intendantin die Stellung in der Heimat hält.

Und wer wird nun von der Revolution gefressen? “If you don’t know, go know!”, würden die Afrikaner sagen, was soviel heißt wie: Informier‘ dich und find’s raus! Also ab auf Entdeckungsreise ins Schauspielhaus!

 

 

Die Revolution frisst ihre Kinder ist ein Projekt des Schauspielhaus Graz in Kooperation mit dem Africolognefestival unter der Schirmherrschaft von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer.

Weitere Infos zum und rund um das Stück finden Sie hier. 

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