Ellingvon Axel Hellstenius
Schauspiel von Axel Hellstenius nach dem Roman "Blutsbrüder" von Ingvar Ambjørnsen
Nach ihrer Entlassung aus der psychiatrischen Anstalt wird den beiden Freunden Elling und Kjell Bjarne vom norwegischen Staat zwecks Wiedereingliederung in die Gesellschaft eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Nun gilt es, sich vor dem Sozialarbeiter Frank zu beweisen und nicht an der neu gewonnen Freiheit zu scheitern. Es sind schon die kleinen Dinge des Alltags, die ernormen Mut verlangen: Ein Restaurant zu besuchen, einzukaufen, mit fremden Menschen (gar Frauen!) zu sprechen oder einfach nur ans Telefon zu gehen. So versuchen sie sich an die Welt „da draußen“ zu gewöhnen, bis diese in Gestalt einer sturzbetrunkenen Frau eines Tages unvermittelt in ihr Leben fällt und sie vor eine neue Herausforderung stellt. Die beiden Neurotiker haben nun nicht nur die Probleme des Alltags zu lösen, sondern eine durchaus existentielle Krise zu bewältigen. Aber lapidar gefragt: Was ist schon „normal“?
Projektsponsoring: Mit freundlicher Unterstützung der Saubermacher Dienstleistungs AG.
Pressestimmen:
Körber und Solar zeichnen ihre beiden Anti-Helden mit ihren vielen Ängsten, Boshaftigkeiten und Liebenswürdigkeiten voller Witz und Weisheit. Die Übung, das läutende Telefon abzuheben oder gar allein ein Restaurant zu durchqueren, gerät zum gleichsam höchst amüsanten wie rührenden Akt. Dabei führte die erst 25-jährige Regisseurin Bernadette Sonnenbichler den routinierten Solar und den frisch ins Ensemble gekommenen Körber dezent aber merklich durch einen runden, sehr kurzweiligen Abend. Auch Andrea Wenzl, die in mehreren Rollen zeigen kann, wie vielseitig sie ist, und Thomas Frank als Sozialarbeiter der Stadt Oslo machen einfach alles richtig.Colette M. Schmidt, Der Standard, 16./17.2.2008
"Elling" hat das Zeug zum Schauspielhaus-Renner. […] Und das ist ein Lachschlager mit Tiefgang. Ein Kunstwerk, zu dem Ensemble, Regie, Bühnenbild, Licht und Musik verschmelzen. Man will und kann sich keine anderen Darsteller vorstellen als das kongeniale Duo Claudius Körber und Franz Solar. Selten sah man einen so berührenden Komiker wie Körber, der sich für einen eigenen Slapstick-Abend empfiehlt. Andrea Wenzl ist in jeder ihrer kleinen Rollen hoch präsent. Bernadette Sonnenbichlers Regie steckt voller Details und atmet dabei dennoch eine große Leichtigkeit. Chapeau!
Christian Ude, Kleine Zeitung, 16.2.2008
Mit großer Feinfühligkeit zeigt sie [Bernadette Sonnenbichler] die komplexe Situation von Menschen auf, die ihre Umwelt anders wahrnehmen, als die meisten von uns. […] Claudius Körber als Elling spielt den nicht ganz normalen Wahnsinn sehr eindringlich - gerade weil er es dezent und ohne Faxen angeht. Noch mehr auf Understatement setzt Franz Solar als Kjell Bjarne. Bei ihm wirken die Angstzustände wie etwas Alltägliches, umso mehr irritieren sie, machen betroffen. Andrea Wenzl und Thomas Frank verleihen auch den kleineren Auftritten Gewicht. Die geradlinige Bühne von Sabine Freude und Raimund Orfeo Voigt, die Kostüme von Tanja Kramberger und die dezente Musik von Martina Eisenreich ergänzen den feinen Abend.
Michaela Reichart, Kronenzeitung, 15.2.2008
Die Inszenierung von Bernadette Sonnenbichler in Graz ist eine reife Leistung. Mit Claudius Körber als schrulligem Muttersöhnchen Elling und Franz Solar als simplem, von Lebenshunger erfülltem Mitbewohner Kjell sind die Hauptrollen bestens besetzt. Den beiden gelingt eine sensible Darstellung zweier Menschen mit Handicap, sie gleiten nicht ins Billig-Lächerliche ab.
Norbert Mayer, Die Presse, 15.2.2008
Wunderbar einfühlsam gespielt bis in die Nebenrollen (Andrea Wenzl, Thomas Frank) entwickeln sich subtiler Witz und zwischenmenschliche Spannung, die den Zuschauer nach und nach von hinten packen und an der eigenen "Normalität" zweifeln lassen. Mit diesen an Qualitätsblockbuster mit Walter Matthau und Jack Lemmon erinnernden Qualitäten läuft die Inszenierung Gefahr, vom Geheimtipp zu Hit zu avancieren.
Gregor Schenker, Falter Steiermark, 27.2.2008
Downloads:
- Trailer zur Produktion (3,24 MB)
