Krankheit der Jugendvon Ferdinand Bruckner
Irene: „Jedenfalls kann Jugend nie gesund sein. Jugend ist ein Gefahrenherd.“
Eine Pension in Wien 1923, ein Zirkel von Medizinstudenten. Desiree versucht, sich Marie zärtlich anzunähern. Maries Freund, der verwöhnte Literat Petrell, steigt der überambitionierten Irene nach, in der Hoffnung, seine Karrierechancen zu verbessern. Desirees Ex-Geliebter Freder verführt das Dienstmädchen Lucy und stiftet es zum Diebstahl an. Die Studenten experimentieren mit zerstörerischen Spielen um Macht und Abhängigkeiten, treiben sich gegenseitig in menschliche Abgründe. Ihre Sehnsucht nach Nähe und Beziehung wird zu einer verzweifelten, aber erfolglosen Suche.
Ferdinand Bruckner schrieb Krankheit der Jugend im Alter von 33 Jahren als präzis beobachtende Analyse der Lebensumstände junger Menschen in der Weimarer Republik unter dem Einfluss des Ersten Weltkrieges. Er beschreibt die Jugend als Seismograf, reagierend auf die Erschütterung des gesellschaftlichen Gefüges. Wegen der offenen Behandlung der Sexualität erregte das Stück die Gemüter der Zeitgenossen. In den post-68-er Jahren erlebte Krankheit der Jugend eine starke Renaissance. Mittlerweile zählt Bruckners „Jugendstück“ zu den Klassikern der Moderne, denn die Szenen in der Wiener Pension zeugen von überraschender, gar erschreckender Aktualität.
Pressestimmen:
„Überzeugend und hochsympathisch in Henner Kallmeyers Inszenierung ist das junge Ensemble – Schauspielstudenten spielen Medizinstudenten - , das zwischen den knallgrünen Sofas mit viel Körpereinsatz alles gibt.“(Kleine Zeitung, Nina Müller, 28. September 2009)
„Die Kooperation mit den KUG-Studenten hat sich bewährt. Auch das jüngste gemeinsame Produkt, Ferdinand Bruckners „Krankheit der Jugend“, setzt die Erfolgsgeschichte fort. Regisseur Henner Kallmeyer zeigt eine beklemmende Analyse und fordert dabei von seinem jungen Ensemble vollen Einsatz. Er vertraut in der effektvollen Ausstattung von Franziska Gebhardt den Schauspielern und deren Interaktion. So gelingen ihm dynamische, dichte Szenen; die Aktualisierung passiert ganz von allein. Gespielt wird mit Herzblut. Sehenswert!“
(Kronen Zeitung, Michaela Reichart, 28. September 2009)